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Grundsätzlich ist Čojč dazu da, Hemmungen vor dem Sprechen, Hinhören, und Miteinander-Reden abzubauen: Als theaterpädagogische Methode soll Čojč eine Sprachbrücke für Begegnungen zwischen Deutschen und Tschechen bilden, die von beiden Seiten aus begangen werden kann.

Das Wort Čojč ist eine Komposition aus dem tschechischen Wort für die tschechische Sprache „Česky“ und dem Gleichklang von „[d]eutsch“ - auf Tschechisch „[d]ojč“.

Cojč lädt zum kreativen, spielerischen Umgang mit den Sprachen Tschechisch und Deutsch ein. Als Bühnensprache funktioniert das mit einer Sprachmischung - „dankuju“ (danke + dekuju), durch zweisprachige Dialoge: „Jak se mas? Es geht mir gut!“ (Frage auf Tschechisch, Antwort auf Deutsch) - oder auch mit kreativen Formen: Wörter in Verbindung mit Körpersprache, Spielen, Liedern, Gedichten…

Čojč Theaternetzwerk Böhmen - Bayern

Das Theaterpädagogische Institut DAS Ei (Nürnberg) und der Kulturverein A BASTA! (Rokycany / Prag) haben 2002 das grenzübergreifende Cojč Land Netzwerk ins Leben gerufen, um gemeinsam deutsch-tschechische Jugend-Theaterbegegnungen durchzuführen, die dieses Modellkonzept umsetzen. Im Juni 2011 gründeten sie gemeinsam die cojc gGmbH - das Theaternetzwerk Böhmen Bayern.

Geographisch befindet sich das Theaternetzwerk im Grenzgebiet von Bayern und Böhmen: von Hof/Asch im Norden über Weiden/Tachov bis České Budějovice/Passau im Süden, und in West-Ost Richtung von Plzen bis Regensburg. Als „äußerste Grenzposten“ unterhält es die „Verwaltungs-Außenstellen“ Nürnberg und Prag.

Beteiligung, Initiative, Selbsttätigkeit

Ein ausgesprochenes Ziel des Čojč Theaternetzwerks Böhmen Bayern ist es, Jugendliche und junge Erwachsene an der Konzeption, Organisation und Durchführung von Čojč-Theaterbegegnungen zu beteiligen und sie zu Initiatoren und Leitern ihrer eigenen Aktionen fortzubilden. Die Organisationen cojc gGmbH, TPI DAS Ei und A BASTA! leisten hierbei inhaltliche und strukturelle Unterstützung durch Einzelberatung, Fortbildungsangebote, Coaching und durch eine Büro-Infrastruktur.

DATA - NIKDY PRIVÁT-NIE

22.-26. 4. 2019 Bayreuth, 26. 4. - 1. 5. 2019 Karlovy Vary

Das Projekt, das sich mit deiner persönlichen Privatsphäre auseinandersetzt - analog und digital. Was gibst du preis und was bleibt besser geheim? In Interventionen und Experimenten mit der Stadtgesellschaft haben wir die Grenzen des gläsernen Menschen ausgetestet.

Am Ostermontag versammelten sich 8 junge Menschen aus Böhmen und 8 aus Bayern in Bayreuth, um sich mit dem Thema Privatsphäre im tschechisch-deutschen Theaterprojekt zu befassen. Wie der Name dieses tschechisch-deutschen Projekts „DATA: never-private-nie“ sagt, handelte es sich um ein sehr aktuelles und kontroverses Thema. Das tschechisch-deutsche Kulturnetzwerk Čojč wollte die Perspektive der jungen Generation im Grenzgebiet beleuchten. Die Jugend interpretierte ihre Ansichten durch Theateraufführungen und Präsentationen, die für das Publikum auf beiden Seiten der Grenze verständlich waren, da sie ohne Übersetzungen verständlich waren. Jeden Tag wurde ein Unterthema angerissen: von der Verankerung des Rechts auf Privatsphäre in den Gesetzen beider Länder, über Kontrolle, Utopie einer völlig transparenten Welt ohne Geheimnisse, Algorithmen zur Erfassung sogenannter Big Data bis hin zur Verwendung von Vorschauen und Meinungen von Valentina Eimer und Karel Hajek. Dies funktionierte in den Umsetzungen als Theaterszenen, Choreografien und Gemälden, mit denen ein Publikum im öffentlichen Raum angesprochen wurde.

Am Folgetag hatten wir unseren ersten öffentlichen Auftritt in Bayreuth an der Universität - auf der Freiluftbühne von Audimax.

Freitag, den 26. 4. zogen wir nach Karlovy Vary um, wo wir unsere ,,Produktion” fortsetzen konnten. Es schlossen sich Darbietungen des Erarbeiteten an folgenden Orten bei immer freiem Eintritt an:

27. 4. ab 17:00 Uhr im unteren Bahnhof - ALGORYTMY 1
28. 4. ab 16:30 Uhr vor der Holzkolonnade (U Čertíka) - ALGORYTMY 2
29. 4. ab 17:00 Uhr Sadová kolonáda - MY PRIVATE SFÉRA
30. 4. ab 17:00 Uhr Plateau vor der Mühlenkolonnade - BEST OF DATA

In Bayreuth wohnten wir in einer Jugendherberge im Komplex der lokalen Universität, wo wir auch 3x am Tag gegessen haben. In Karlovy Vary verbrachten wir die Nächte in der Pension Hestia, wo man uns mit Mittag- und Abendessen versorgte. Das von den Projektleitern organisierte Frühstück wurde ebenfalls zusammen im Kreis gegessen. Mein persönliches Highlight des Projekts!

Was nehme ich vom Projekt Čojč mit?

Neben dem Verbessern der Fähigkeit zu Diskutieren / Debattieren / Argumentieren sowie dem öffentlichen Auftreten nehme ich viele großartige Erinnerungen, Kenntnisse, Freunde, Kontakte, neue Vokabeln und das Vertrauen, mich in einer anderen Umgebung behaupten zu können. Chojč war eine großartige Erfahrung. Ich denke, dass gerade dies nicht nur für mich, sondern auch für andere junge Menschen, die Spaß an Kommunikation und lustiger Interaktion haben, interessant istMelde Dich jetzt beim neusten Projekt an und werde Mitglied dieses faszinierenden Netzwerks! Mehr dazu auf https://cojc.eu/cs/.

 Nikola Uhle, septima A


Karlovarský deník - 7. května 2019